Wohnmobil kommt aus Winterruhe

In diesem Beitrag möchte ich dir berichten, wie es denn ist, wenn mitten im Winter das Wohnmobil aus seiner Garage kommt und bei schneebedeckter Landschaft für einen Wochenendtrip aufgerüstet wird. Mit dem Aufrüsten meine ich in erster Linie das Fahrzeug außen und innen fahrbereit und vor allem wohnbereit zu machen.


Die erste Hürde stellt schon mal der Schnee vor dem Carport dar, in dem unser „Silverliner“ (Kosename für unser tolles Wohnmobil) wohnt. Grundsätzlich wissen wir, dass wir nach den letzten Trips zu den Weihnachtsmärkten den Silverliner für eine bestimmte Zeit im Carport lassen. Doch wenn das Fernweh, aufgrund der tollen Schneelandschaft mit verschneiten Gipfeln und Sonne am tiefblauen Himmel, immer stärker wird, braucht es kaum Worte zwischen meiner Familie und mir und wir wissen alle drei, dass es jetzt soweit ist und der erste Trip im neuen Jahr mit dem Wohnmobil ansteht. Dies kann Ende Jänner, aber spätestens Ende Februar schon soweit sein. Daher lohnt es sich auch für uns nicht, das Reisemobil über die Wintermonate abzumelden (Kennzeichen hinterlegen oder so ähnlich). Denn unser Ziel ist es,

immer spontan reisebereit zu sein und nicht lange planen zu müssen.

Harald kümmert sich meist darum, den Schnee vor dem Carport wegzuschaffen bzw. mit der Schneefräse weg zu fräsen. Ich freue mich dann meist sehr, wenn ich abends bemerke, dass die Einfahrt wieder aper ist 😀. Das Wohnmobil wird während seiner Winterruhe jeden Monat an den Strom angeschlossen, damit die Batterien aufgeladen werden. Somit ist sowohl die Starterbatterie wie auch die Aufbaubatterie gemeint. Beim geplanten Wochenendtrip heizen wir dann das Mobil auf 10 bis 15 Grad für 3 bis 4 Tage vor. Den Strom zapfen wir vom Haus über ein langes Stromkabel ab. Da unser Fahrzeug noch recht neu ist, haben wir keine Probleme mit den Batterien; diese bringen immer noch die volle Leistung.


Für mich spielen sich die Vorbereitungen meist im Bereich Innenraum ab. Im Inneren spielt der Schlafkomfort eine zentrale Rolle.

Nur wer gut schläft,kann auch entspannt den Tag genießen!

Daher prüfe ich, ob die Winter-Zudecken/Bettdecken im Wohnmobil aufgebettet sind. Wir haben verschieden dicke Bettdecken; je nach Jahreszeit und Klima 😎. Natürlich sind die Betten frisch gewaschen und die Handtücher säuberlich eingeräumt. Die Innenkästen und -schränke werden abgestaubt und die Küche inspiziert, ob auch Küchenschwamm, Geschirrtuch, Putzmittel etc. noch in ausreichender Menge vorhanden ist. Das Geschirr, Besteck, Gewürze, Polster, Bettdecken, Kissen, Deko, Ladekabel, Sonnencreme, Apotheke etc. gehören bei uns zur fixen Einrichtung; d.h. wir haben einen kleinen zweiten Haushalt bzw. ein zweites Zuhause! Der Kühlschrank und das Gefrierfach werden nach Belieben aufgefüllt.


Nach mehreren Wochen Pause werden auch die Wasser- und Abwassertanks gereinigt. Harald geht hier besonders sorgsam vor, denn bei kurzen Reisen verwenden wir in den ersten Tagen das Wasser auch als Trinkwasser. Die Tanks werden gespült und bei Abfahrt zur Hälfte (das sind 150 Liter) mit frischem Wasser aufgefüllt. Ebenso wird die Kassettentoilette auf ihre Funktion geprüft und mit der Kassetten-Chemie gefüllt. Im Winter ziehen wir es vor, mit unseren mitgeführten Gasflaschen zu heizen und Warmwasser zu machen. Am besten ist es, wenn zwei volle Gasflaschen zu je 11 Kilo an Bord sind. Unser Silverliner kann dann ganz von alleine hin und her schalten, sollte eine Gasflasche ausgehen. Es ist nämlich immer so, dass das Gas mitten in der Nacht ausgeht. Die meisten Campingplätze bieten auch Tauschflaschen an, somit gibt es hier keinen Grund zur Panik, denn

im Wohnmobil ist es immer wohlig warm.

Die Türschlösser werden kontrolliert und die Türgummi und Fensterdichtungen mit einem speziellen Mittel eingelassen. Der Kühlschrank wird in Betrieb genommen und die Uhren auf die richtige Zeit eingestellt. Dadurch, dass unser Silverliner zeitweise gänzlich vom Strom getrennt ist, bleiben die Uhren stehen. Ich stelle diese dann aber auf Sommerzeit, auch wenn wir noch im Winter reisen. Die meisten Reisen und Kurztrips finden bei uns in den warmen Monaten statt.


Motorölstand prüfen, Reifendruck ansehen, Bremsen kontrollieren, Scheibenwasser auffüllen und Probefahrt durchführen.


Ja, alles in allem spielt sich das ganze meist innerhalb von einer Woche ab. Vom Entschluss an, reiselustig zu sein, bis zur Abfahrt, vergehen meist nur ein paar Tage. Durch unsere unzähligen Reisen, die wir seit 2017 schon gemacht haben, sind wir in unseren Handgriffen auch routiniert; jeder kennt seine Aufgaben und die Arbeiten gehen meist Hand in Hand. Auf jeden Fall kommt uns zugute, dass wir es lieben, mit dem Wohnmobil zu verreisen und uns keine Arbeit zu viel ist. Auch wenn es noch so knapp vom Zeitfenster ist, versuchen Harald und ich immer das Beste aus der Situation zu machen. Stolz kann ich sagen, dass es uns mehr oder weniger immer gelungen ist, ein paar tolle, erlebnisreiche und relaxte Tage irgendwo zu verbringen. Die längeren Trips sind dann meist ein ganzes Paket an Eindrücken, welche dann wochenlang verarbeitet werden müssen.


Ich hoffe, dass ich den Wohnmobilreisenden und Camperneulingen mit diesem Blog ein paar Eindrücke geben konnte! Auch die Unerfahrenen Reiselustigen sind herzlich willkommen, sich Gedanken über diese tolle Art des Reisens zu machen.

Die Welt ist ein Buch und wer nicht reist, sieht nur eine Seite davon.

Fotos aus Längenfeld/Sölden


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